Waldpflanzung einmal anders

Eine Waldpflanzung, mit wenig Aufwand realisiert? Ein Beispiel dafür zeigt dieser Beitrag mit 1 – 5jährigen Haselnussbäumchen.

Seit einigen Jahren wartete eine Gruppe von Haselnussbäumchen (Corylus avellana) auf ihren großen Auftritt. Jetzt war es dann so weit, dass ich mich zu einer Gruppenpflanzung mit einfachsten Mitteln entschloss. Und das funktioniert so:

Eine solide Basis

Ein 2 cm starkes Brett – Haselnussholz hatte ich leider nicht zur Verfügung, sonst wäre es die perfekte Wahl gewesen – wird so zugeschnitten, dass das Wäldchen später Platz findet. Die Basis mißt 65 cm und ist bis zu 24 cm breit.

Damit steht eine solide „Schale“ zur Verfügung. Die geplanten Umrisse werden angezeichnet. Gittergewebe, wie es Gipser verwenden, wird entlang der Umrisslinie aufgetackert.

In der Mitte habe ich eine Noppenfolie ausgelegt und fixiert, damit das Granulat später gut hält.

Der nächste Arbeitsgang besteht darin, einen dünnen Draht (z.B. feiner Gärtnerdraht, grün) in etwa der Mitte der Gitter durch zu fädeln. Später ziehen wir die Netze so zusammen.

Wie eine Bonsaischale

Wenn wir jetzt den Draht ein wenig straffen, kann Drainagegranulat eingefüllt werden. Dazu werden die Netz senkrecht gestellt. Das Granulat kann nicht mehr heraus rieseln. Wir haben eine Schale gebaut.

Wichtig ist, dass die Netze eng genug gesetzt werden. Das Gleiche funktioniert auch mit Jutebändern, die den Vorteil haben, dass sie nach und nach verrotten. Als diese Idee entstand, war ich fast fertig. Das ist mein Konzept beim nächsten Wäldchen.

Noch ein Wort zum Drainagegranulat. Hierfür verwende ich gewaschenen Kies und grobe Akadama 1:1. Da wir inzwischen heisse Sommer haben, lege ich Wert auf etwas mehr Wasserhaltevermögen. Die Drainage ist gut – keine Probleme mit Staunässe, bisher.

Fast fertig – nun fehlt noch Moos

Nun ist unsere Waldpflanzung mit sieben Haselnussbäumchen so gut wie fertig. Der kleinste Baum stammt aus diesem Jahr, der älteste Baum ist 5 Jahre alt.

Die eigentlich mühsame Arbeit besteht darin, die ganze Pflanzung mit Moos zu bedecken, auch die Ränder etc. (siehe Bild ganz oben). Dazu habe ich feines Moos gesammelt und aufgebracht. Danach kräftig mit Regenwasser einsprühen, damit es besser haftet. Wenn das Moos mit Erde behaftet ist, kann es sich ganz gut festhalten.

Dass die kleine Pflanzung nur eine „Fingerübung“ darstellt und noch eine längere Entwicklungszeit vor sich hat, erklärt sich wohl von selbst. Mir ging es um den Versuch und den Spaß dabei. In 3 Jahren sieht diese Pflanzung schon wieder ein ganzes Stück reifer und „fertiger“ aus. Geduld – Geduld, die wichtigste Tugend jedes Bonsaifreundes, ist hier gefragt.

Wenn Dir das Anschauen und Lesen etwas Inspiration bot, freue ich mich.

Autor: Michael Klein

Bonsai Enthusiast seit 1985.

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