Bokashi: Organischer Dünger selbst gemacht

Der Name „Bokashi“ geht auf einen japanischen Professor zurück und bedeutet so viel wie „fermentiertes Allerlei“. Es wird ein organischer Volldünger durch Fermen-tation von Küchen- und Gartenabfällen hergestellt.

Dabei kommen Mikroorganismen zum Einsatz, die für Keimung und Fruchtbildung hilfreich sind, aber auch das Immunsystem der Pflanzen stärken. Es ist keine Überdüngung zu befürchten, anders als bei anorganischen Düngern. Das Material dafür steht in Garten und Küche zur Verfügung, der Fermentationsprozess ist selbst einfach. Dazu gibt es fertige Sets.

Eine ausführliche Beschreibung dazu findest Du hier: https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/balkon-terrasse/bokashi-em-kompost-im-eimer-herstellen-31706

Ein solcher Set besteht in der Regel aus zwei Eimern (kann man sich auch selbst herstellen) und den notwendigen Stoffen. Im Starterset sind spezielle Flocken, Gesteinsmehl und die EM-Mikroorganismen als Flüssigkeit dabei.

Wendet man das Ganze nach Anleitung an, erhält man nach kurzer Zeit eine Düngeflüssigkeit, die etwas nach Sauerkraut riecht.

Anwendung
Den Bokashi-Dünger setze ich mittlerweile statt der nicht ganz billigen organischen Düngekugeln ein, die sich bewährt haben. Mein eigener Dünger bringt gute Ergebnisse, wenn ich ca. 100 ml auf 10 Liter Regenwasser einsetze. Das entspricht zwar nicht der Empfehlung, aber hat sich bewährt.

Organische und anorganische Düngung setze ich in der Wachstumsperiode abwechselnd ein. Direkt nach dem Austrieb nutze ich nur den Bokashi-Dünger, wobei ich ihn mit 50 ml pro 10 Liter dosiere. So bleibt der Erstaustrieb klein.

Erfahrungen
Meine Erfahrungen sind durchweg gut. Mit wenig Zeit und Geld bekommst du eine vollwertige organische Düngung. Inzwischen nehme ich statt der Flüssigkeit aus dem Starterkit etwas vom fertigen Dünger, verdünne den ca. 1:20 mit Sauerkrautsaft, der noch seine Milchsäurebakterien besitzt und nutze diese Mischung, um die fleissigen Mikroorganismen zu ergänzen.

Bonsai-Freund Mariusz Walkowski hatte mich darauf hingewiesen, dass der Saft vom Discounter, den ich ursprünglich empfohlen hatte, sterilisiert sein könnte. Und er hatte 100% recht !! Wieder etwas dazu gelernt. Also bitte darauf achten, dass die fleißigen Helfer biologisch dynamisch gepäppelt wurden und noch putzmunter sind.

Ein Tipp noch: Der Prozess funktioniert bei Zimmertemperatur oder wärmer. Auf mein Material habe ich eine stabile Platte gelegt und zwei 5kg-Steine, die alles zusammendrücken. Eine Plastikfolie dichtet das Ganze ab. Damit wird ein gutes Ergebnis erzielt.

Ein Feind des Bokashi ist Wasser – auf jeden Fall vermeiden – und er möchte sich anerob, also „unter Luftabschluß“ entwickeln. Also den Deckel immer gut verschließen und ich stelle auch noch etwas oben drauf, das ihn dicht hält.

Das war´s dann schon – mehr ist nicht nötig.

Das fermentierte Material bleibt 14 Tage im Eimer, dann kommt es auf den Komposthaufen, den ich von kranken Pflanzen frei halte. Deswegen kann ich den Kompost problemlos für meine Erdmischungen nutzen.

Autor: Michael Klein

Bonsai Enthusiast seit 1985.

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