Bonsaifotos mit Spaß

Hast Du schon mal versucht, wirklich gute Fotos Deiner kleinen Kunstwerke zu machen? Gehörst Du auch schon zu denen, die aufgehört haben, bei Ausstellungen zu fotografieren? Einfach nur aus Frust?

So ist es mir auch gegangen – und JA – es ist schon klar, wo die wirklichen Probleme sind: Unmögliche Hintergründe, immer dort wo man nicht eingreifen kann und natürlich die Optik der Handy-Kamera, die ein Weitwinkelobjektiv ist.

Die wirklich guten Fotos, wie man sie in den Bildbänden von Ausstellungen sieht und in der Fachliteratur, die sind professionell ausgeleuchtet und verlangen einen passenden Hintergrund.

Inspiriert durch einen Online-Vortrag von Hans Kastner – ein „Altmeister“ der Bonsai-Fotokunst, habe ich mich selbst darum gekümmert, wenigstens meine eigenen Bäumchen ein wenig besser ins Licht zu setzen. 80% von Allem kann man mit wenig Aufwand ausprobieren und lernen. Hans Kastner berichtete sehr interessant von seinen Bemühungen über viele Jahre und dem Aufwand, den er betrieben hat.

Mein sehr viel bescheidenerer Ansatz schaut so aus:

Ein einfacher Aufbau mit 2 Lichtboxen und 2 reflektierenden Schirmen

„Photo-grafieren“, also „mit Licht schreiben“ lebt erwartungsgemäss von der Beleuchtung. Wie das in diesem einfachen Beispiel funktioniert, erkennst Du an der Stellung der Lichtquellen. Wichtig sind Tageslichtleuchten mit einer Farbtemperatur von 6500 K. Die Sonne stört als Lichtquelle mehr, als sie nützt. Das provisorische „Studio“ kommt mit Kunstlicht aus.

Wenn Du so weit gekommen bist, ist der Rest ziemlich einfach. Du benutzt eine einfache Kamera mit Wechselobjektiv auf einem soliden Stativ. Meines war vor Jahren für eine eher massive 16mm Filmkamera beschafft worden. Da wackelt nichts. Es muss aber nicht so ein Klotz sein.

Empfehlenswert: Denke ein wenig über Belichtung/ Zeiteinstellung nach. Du möchtest den Hintergrund eher nicht scharf abbilden, sondern Deinen Baum. Also schaust Du bitte mal genau nach, welchen Tiefenschärfebereich Du brauchst, um den Baum ab zu bilden. Dahinter möchtest Du es gerne „wolkig“ haben – und das ist wichtig. Alles spricht für ein leichtes Teleobjektiv, wie es hier eingesetzt wurde.

Bei diesem Foto habe ich die Blende 5,6 gewählt und bekam eine Belichtungszeit, von 1/30s. Damit das Bild „knackig scharf“ wird, kann man in einem solchen Fall den Zeitauslöser der Kamera benutzen oder auch bei den neueren Kameras das Auslösen via Websteuerung – so habe ich das hier gemacht.

Da verwackelt nichts. Das Bild wird ordentlich. Man kann sich auch an eine Belichtungsreihe (3 – 7 Bilder mit unterschiedlichen Blenden) heran wagen und behält nur das beste Bild.

So – das war das „Rezept für Rookies“.

Es gibt viele, viele Dinge zu verbessern.

Der „Tisch“ ist z.B. eine Zumutung. Leider habe ich keine Möglichkeit, zu jedem Baum den passenden Tisch zu stellen. Wäre natürlich toll …

Was auch noch nicht so toll ist: Der Hintergrund ist dunkelgrau und damit zwar ganz brauchbar. Mir fehlt noch eine schwarzer, reflexionsfreier Hintergrund. Mal schaun.

Das kontinuierliche Licht aus den Lichtwannen und den Reflektorschirmen ist schön weich. Mir fehlt aber noch ein Licht, das von hinten den Baum anstrahlt und so die Blätter zum leuchten bringt. Damit spiele ich noch rum. Auf einen oder mehrere Blitze kann ich bislang verzichten.

Wer Ideen und Anregungen beitragen möchte, möge den Kommentarbereich gerne nutzen. Gibt es noch Fotoprofis, die uns weiter helfen wollen?

Autor: Michael Klein

Bonsai Enthusiast seit 1985.

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