Buchsbaumzünsler – ade!

Jeder von uns hatte schon mal das Vergnügen oder kennt zumindest das Schadbild, das Cydalima perspectalis, der Buchsbaumzünsler, hinterlässt. Er outet sich als echter Rambo. Wo er auftritt, ist in Kürze jeder Buchsbaum von innen nach außen aufgefressen. Er frisst, bis kein Grün mehr da ist. Es gibt bei ihm offenbar keine evolutionäre Anpassung, seine Wirtspflanze überleben zu lassen. Warum denn auch – es ist ja genug da.

Das klassische Schadbild erkannt man sofort an den ausgebleichten Blättchen, die mit feinen Fäden umsponnen sind. Dort drinnen macht es sich die grüne-schwarze Raupe gemütlich, die ca. 12 Tage nach der Eiablage ausschlüpft.

Wenn Ihr diesen netten Falter auf eurem Buchsbäumchen seht, dann ist seine finstere Absicht klar. Er legt Eier ab, die ganz schwierig zu erkennen sind.

Der Buchsbaumzünsler sieht wie ein harmloser Nachtfalter aus

Es geht dem Zünsler an den Kragen

Nachdem ich mit anderen Bonsaifreunden gesprochen hatte und verschiedene Methoden zur Abhilfe kennen lernte, z.B. mit Insektiziden auf Basis von Bacillus thuringiensis oder klassischen Insektengiften, erinnerte mich ein Freund daran, dass er Ameisen in seinen Schalen wirkungsvoll mit einem Wasserbad loswird.

Genau diesen Tipps habe ich auf meinen etwas größeren und stark befallenen Buchsbaum übertragen. Die Raupen hatten sich – schlau – auf der Rückseite des Bäumchens angesiedelt und dort ihr Zerstörungswerk begonnen. Bei der ersten Untersuchung wurde klar: Dort gibt es eine Menge ungebeteter Untermieter. Absammeln ist schwierig, meist nicht perfekt und kostet viel Zeit.

Also habe ich diese Methode gewählt: Kopfstand im Wassereimer.

Das Verfahren hat sich als absolut wirksam erwiesen. Ein Tag im Eimer - und der Zünsler ist buchstäblich "im Eimer". Das Wasser bitte nicht weiter verwenden. Ich vermute mal, dass dort noch Eier herum schwimmen.

Wenden die Methode so früh wie möglich an. Gib dem Zünsler keine Chance, sich fett zu fressen - es geht unglaublich schnell und die lieben Tierchen vermehren sich rasch. 
Für alle Anregungen, Beiträge und Hinweise bin ich Euch wie immer sehr dankbar. Wir suchen ständig Gastautoren, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit der Community des Bonsaipraxis-Blog teilen möchten.
30.7.21-mk

Bonsaifotos mit Spaß

Hast Du schon mal versucht, wirklich gute Fotos Deiner kleinen Kunstwerke zu machen? Gehörst Du auch schon zu denen, die aufgehört haben, bei Ausstellungen zu fotografieren? Einfach nur aus Frust?

So ist es mir auch gegangen – und JA – es ist schon klar, wo die wirklichen Probleme sind: Unmögliche Hintergründe, immer dort wo man nicht eingreifen kann und natürlich die Optik der Handy-Kamera, die ein Weitwinkelobjektiv ist.

Die wirklich guten Fotos, wie man sie in den Bildbänden von Ausstellungen sieht und in der Fachliteratur, die sind professionell ausgeleuchtet und verlangen einen passenden Hintergrund.

Inspiriert durch einen Online-Vortrag von Hans Kastner – ein „Altmeister“ der Bonsai-Fotokunst, habe ich mich selbst darum gekümmert, wenigstens meine eigenen Bäumchen ein wenig besser ins Licht zu setzen. 80% von Allem kann man mit wenig Aufwand ausprobieren und lernen. Hans Kastner berichtete sehr interessant von seinen Bemühungen über viele Jahre und dem Aufwand, den er betrieben hat.

Mein sehr viel bescheidenerer Ansatz schaut so aus:

Ein einfacher Aufbau mit 2 Lichtboxen und 2 reflektierenden Schirmen

„Photo-grafieren“, also „mit Licht schreiben“ lebt erwartungsgemäss von der Beleuchtung. Wie das in diesem einfachen Beispiel funktioniert, erkennst Du an der Stellung der Lichtquellen. Wichtig sind Tageslichtleuchten mit einer Farbtemperatur von 6500 K. Die Sonne stört als Lichtquelle mehr, als sie nützt. Das provisorische „Studio“ kommt mit Kunstlicht aus.

Wenn Du so weit gekommen bist, ist der Rest ziemlich einfach. Du benutzt eine einfache Kamera mit Wechselobjektiv auf einem soliden Stativ. Meines war vor Jahren für eine eher massive 16mm Filmkamera beschafft worden. Da wackelt nichts. Es muss aber nicht so ein Klotz sein.

Empfehlenswert: Denke ein wenig über Belichtung/ Zeiteinstellung nach. Du möchtest den Hintergrund eher nicht scharf abbilden, sondern Deinen Baum. Also schaust Du bitte mal genau nach, welchen Tiefenschärfebereich Du brauchst, um den Baum ab zu bilden. Dahinter möchtest Du es gerne „wolkig“ haben – und das ist wichtig. Alles spricht für ein leichtes Teleobjektiv, wie es hier eingesetzt wurde.

Bei diesem Foto habe ich die Blende 5,6 gewählt und bekam eine Belichtungszeit, von 1/30s. Damit das Bild „knackig scharf“ wird, kann man in einem solchen Fall den Zeitauslöser der Kamera benutzen oder auch bei den neueren Kameras das Auslösen via Websteuerung – so habe ich das hier gemacht.

Da verwackelt nichts. Das Bild wird ordentlich. Man kann sich auch an eine Belichtungsreihe (3 – 7 Bilder mit unterschiedlichen Blenden) heran wagen und behält nur das beste Bild.

So – das war das „Rezept für Rookies“.

Es gibt viele, viele Dinge zu verbessern.

Der „Tisch“ ist z.B. eine Zumutung. Leider habe ich keine Möglichkeit, zu jedem Baum den passenden Tisch zu stellen. Wäre natürlich toll …

Was auch noch nicht so toll ist: Der Hintergrund ist dunkelgrau und damit zwar ganz brauchbar. Mir fehlt noch eine schwarzer, reflexionsfreier Hintergrund. Mal schaun.

Das kontinuierliche Licht aus den Lichtwannen und den Reflektorschirmen ist schön weich. Mir fehlt aber noch ein Licht, das von hinten den Baum anstrahlt und so die Blätter zum leuchten bringt. Damit spiele ich noch rum. Auf einen oder mehrere Blitze kann ich bislang verzichten.

Wer Ideen und Anregungen beitragen möchte, möge den Kommentarbereich gerne nutzen. Gibt es noch Fotoprofis, die uns weiter helfen wollen?

Ohne Moos nix los

Was gibt es schöneres, als einen weichen Moosteppich unter dem Bäumchen, der anmutige Polster bildet und dabei noch Wasser speichert.

Wenn ich es richtig verstanden habe, empfinden die japanischen Meister einen nackten Boden als unschön. Bedeckung ist ihnen wichtig. Passendes Moos ist dafür ideal. Welche der rund 16.000 Moosarten mag wohl optimal sein? Klar ist: Sternmoos und Lebermoos gehören nicht dazu. Was wir als Moos kennen, kann ganz unterschiedlich ausschauen:

Moospolster am Liguster Forsythie in Wurzelform

Wie kommt Moos unter den Baum ?

Moos sammeln ist am einfachsten. Eine Spachtel hilft dabei, es von Steinen und anderen Unterlagen zu lösen. Das geht leicht, denn Moos kommt ohne Wurzeln aus. Jeder Brösel kann verwendet werden, denn dieser muntere Überlebenskünstler braucht ganz viel Feuchtigkeit bei wenig Licht und wächst auf fast jedem Granulat und vielen Oberflächen.

Damit es besser anwächst, siebe ich aus Akadama den feinen Lehmstaub aus, der ohnehin nicht in die Schale gehört. Bevor ich Moos auflege, verteile ich den Lehmstaub auf der Oberfläche. Dadurch wird der Feuchtigkeitsaustausch mit der Schale verbessert, das Moos gedeiht besser und gibt überschüssiges Wasser an die Schale ab. Habe ich nicht genug Lehm, siebe ich Anzuchterde aus. Das funktioniert auch recht gut.

Wer kein Moos hat, geht genau so vor. Auf der glatten Oberfläche mit Akadama-Staub kommen ziemlich bald Moossporen an – es wächst. Das kostet mehr Zeit und unterliegt dem Zufall. Du hast keinen Einfluß, welche Art von Moos sich bei deinem Bäumchen ansiedelt. Sammeln und vermehren bietet sich also eher an.

Links: Sternmoos „passt“ hier ausnahmsweise, weil Baum 80 cm hoch ist.
Rechts: Bäumchen auf einem Stein, komplett mit Moos bedeckt.

Die Buttermilch-Methode

Das klingt vielleicht seltsam, liefert aber einen gleichmässigen, schönen Moosteppich. So gehst Du vor:

• Du sammelst eine Sorte Moos, die dir zusagt. So etwa 3 Hände voll sind gut.
• Das Moos wird von Erde und Fremdkörpern gereinigt (ordentlich waschen).
• Mit 1 – 2 Tassen Buttermilch oder Naturjoghurt wird diese Masse im Mixer verquirlt.

Den Mixer nicht zu lange laufen lassen. Wenn eine offensichtlich streichfähige Paste entstanden ist, bist du fertig.

Den Moosbrei kannst du mit einem Pinsel unter deinem Bäumchen verteilen und bekommst innerhalb von 2 – 3 Monaten einen gleichmässigen Moosteppich. Immer schön feucht halten und keine volle Sonne,, bitte! Du kannst organischen Dünger ins Gießwasser tun (>> Bokashi) und das Moos damit besprühen. Ich bilde mir ein, es gedeiht dadurch noch etwas besser.

Moos aus Sporen gewinnen

Wahrscheinlich hast du auch schon mal gesehen, dass Moos „Haare bekommt“ und am Ende dieser Haare kleine Kügelchen entwickelt. Diese Kügelchen tragen die Sporen.

Wenn du die Sporen vorsichtig abtrennst, danach 14 Tage auf Papier (Löschpapier ist optimal) abtrocknen lässt und in einem Mörser vorsichtig zerstampfst, dann bekommst du Moossporen, aus denen wieder Moos nachwächst. Das braucht seine Zeit, funktioniert aber zuverlässig. Du kannst diese Sporen auch verwenden, um deine erste „Moosfarm“ an zu legen. Ein Verdunstungsschutz mit Zellophan ist dafür zu empfehlen. Organischer Dünger im versprühten Giesswasser hat sich auch dafür wieder bewährt.

Erfahrungen mit Moospolstern

Moosfarm
Es lohnt, sich eine „Moosfarm“ an zu legen. Ein schattiger Platz im Garten ist geeignet. Bei mir sind es ein paar Sandsteinplatten, auf denen ständig ein Moospolster nachwächst. Dabei beschränke ich mich auf 3 Moossorten.

Anordnung in der Schale
In der Schale genügen ein paar Pölsterchen, die nach und nach zusammen wachsen. Bitte darauf achten, dass der Stammansatz nicht überwuchert wird. Das sieht hässlich aus und verdeckt das Nebari (so, wie oben bei meinem Liguster. Da war ich zu langsam).

Vögel
Last, but not least: Vögel, meist größere Exemplare wie der Eichelhäher, vermuten unter Moos gerne mal ihre nächste Mahlzeit. Speziell im Hochsommer vernichten sie die Arbeit ganzer Wochen und zerhacken jedes Moospolster, das sie dann lustvoll so weit schleudern, wie nur möglich.

Bei mir half zuletzt nur noch, die Schalen mit Netzen ab zu decken. Sieht blöde aus, war aber die einfachste Lösung. Seit Mitte/ Ende September ist Ruhe.

Schneckeneier
Schnecken lieben Moos zur Eiablage. Die Kügelchen fallen sofort auf, sind aber nicht einfach zu entfernen. Manchmal kann man das Moospolster nur noch mit der Pinzette in Stücke rupfen und fängt dann noch mal von vorne an.

Feuchtigkeitsreservoir
Moos ist offenbar ein ausgezeichnetes Feuchtigkeitsreservoir in der warmen Jahreszeit. Man gießt kräftig so lange, bis das Wasser aus den Drainagelöchern der Schale austritt. Wenn man sich die Mühe macht, dafür einen Meßzylinder (aus der Küche) zu nutzen, stellt man befriedigt fest, das etwa 1/3 mehr Wasser in der Schale bleibt, als ohne Moos. Das Wasser steckt zum Teil im Moos und sickert langsam nach unten durch.

Ein weiterer Effekt: Wenn es heiß wird, schützt Moos den Baum vor dem Austrocknen. Das ist keine „Lebensversicherung“, aber es hilft.

Auch wenn dein Moos im Hochsommer absterben sollte: Sobald die größte Hitze vorbei ist, wird es nach und nach wieder grün.

Waldpflanzung einmal anders

Eine Waldpflanzung, mit wenig Aufwand realisiert? Ein Beispiel dafür zeigt dieser Beitrag mit 1 – 5jährigen Haselnussbäumchen.

Seit einigen Jahren wartete eine Gruppe von Haselnussbäumchen (Corylus avellana) auf ihren großen Auftritt. Jetzt war es dann so weit, dass ich mich zu einer Gruppenpflanzung mit einfachsten Mitteln entschloss. Und das funktioniert so:

Eine solide Basis

Ein 2 cm starkes Brett – Haselnussholz hatte ich leider nicht zur Verfügung, sonst wäre es die perfekte Wahl gewesen – wird so zugeschnitten, dass das Wäldchen später Platz findet. Die Basis mißt 65 cm und ist bis zu 24 cm breit.

Damit steht eine solide „Schale“ zur Verfügung. Die geplanten Umrisse werden angezeichnet. Gittergewebe, wie es Gipser verwenden, wird entlang der Umrisslinie aufgetackert.

In der Mitte habe ich eine Noppenfolie ausgelegt und fixiert, damit das Granulat später gut hält.

Der nächste Arbeitsgang besteht darin, einen dünnen Draht (z.B. feiner Gärtnerdraht, grün) in etwa der Mitte der Gitter durch zu fädeln. Später ziehen wir die Netze so zusammen.

Wie eine Bonsaischale

Wenn wir jetzt den Draht ein wenig straffen, kann Drainagegranulat eingefüllt werden. Dazu werden die Netz senkrecht gestellt. Das Granulat kann nicht mehr heraus rieseln. Wir haben eine Schale gebaut.

Wichtig ist, dass die Netze eng genug gesetzt werden. Das Gleiche funktioniert auch mit Jutebändern, die den Vorteil haben, dass sie nach und nach verrotten. Als diese Idee entstand, war ich fast fertig. Das ist mein Konzept beim nächsten Wäldchen.

Noch ein Wort zum Drainagegranulat. Hierfür verwende ich gewaschenen Kies und grobe Akadama 1:1. Da wir inzwischen heisse Sommer haben, lege ich Wert auf etwas mehr Wasserhaltevermögen. Die Drainage ist gut – keine Probleme mit Staunässe, bisher.

Fast fertig – nun fehlt noch Moos

Nun ist unsere Waldpflanzung mit sieben Haselnussbäumchen so gut wie fertig. Der kleinste Baum stammt aus diesem Jahr, der älteste Baum ist 5 Jahre alt.

Die eigentlich mühsame Arbeit besteht darin, die ganze Pflanzung mit Moos zu bedecken, auch die Ränder etc. (siehe Bild ganz oben). Dazu habe ich feines Moos gesammelt und aufgebracht. Danach kräftig mit Regenwasser einsprühen, damit es besser haftet. Wenn das Moos mit Erde behaftet ist, kann es sich ganz gut festhalten.

Dass die kleine Pflanzung nur eine „Fingerübung“ darstellt und noch eine längere Entwicklungszeit vor sich hat, erklärt sich wohl von selbst. Mir ging es um den Versuch und den Spaß dabei. In 3 Jahren sieht diese Pflanzung schon wieder ein ganzes Stück reifer und „fertiger“ aus. Geduld – Geduld, die wichtigste Tugend jedes Bonsaifreundes, ist hier gefragt.

Wenn Dir das Anschauen und Lesen etwas Inspiration bot, freue ich mich.

Familientreffen der 3 Birken

Als unsere Birke wegen eines Umbaus weichen musste, war sie gut 25 Jahre alt und hatte schon für einigen Bonsai-Nachwuchs gesorgt. Vorsorglich hatte ich mir Teile des Stammes gesichert, weil ich schon immer mal ein Bonsaigefäß aus einer Baumscheibe der Art herstellen wollte, die ich in das Gefäß setze.

Heraus gekommen ist eine Gruppenpflanzung, bei der drei Kinder, Enkel oder Urenkel der einstigen Stammhalterin in einer Schale aus ihrem Holz stehen. So entstand ein „Erinnerungsschrein“ für unseren ehemaligen Hausbaum.

Aus dem Vollen gefräst

Erste Herausforderung: Eine Scheibe aus dem Stamm heraus sägen und als Schale vorbereiten.

Dafür habe ich zur Handsäge gegriffen, was einen sauberen Schnitt ergab und nicht zu anstrengend war. Das Holz war für drei Jahre gelagert.

2. Schritt: Das Innere des Gefäßes „aus dem Vollen fräsen“. Mit grobem und freiem Fräskopf ging ich an die Arbeit. Zuvor habe ich die Anordnung festgelegt.

Das mittlere, große Abzugsloch ergab sich ganz von selbst. Hier ist das Material ausgebrochen. Drei weitere Abzugslöcher habe ich für jeden der drei Bäume eingefräst. Durch die Netze wurden die Pflanzen später fixiert.

Das Gefäß ist fast fertig

In der Draufsicht sieht man die Löcher recht gut. Die Netze für die Abzugslöcher wurden von unten aufgetackert.

Um unsere Schale feuchtigkeitsbeständig zu machen, habe ich Bootslack verwendet und damit das komplette „Innenleben“ sowie die Unterseite zwei mal gestrichen.

Man erkennt noch mehrere Klebestellen auf dem Foto. Tatsächlich bildeten sich bei der Bearbeitung mehrere große Risse, die mit Holzleim verschlossen wurden.

Ein erster Versuch

Da ich noch keine Erfahrungen mit einer solchen „Schale“ habe, sind auch keine sonderlich wertvollen Bäume dort eingezogen. Es sind eine 5-jährige Birke, die wahrscheinlich später mal abgemoost wird (viel zu hoch; starke Drahtspuren). Außerdem ein eingekürzter 1-jähriger Steckling und ein „Urenkel“, der gerade erst auf die Welt gekommen ist.

Ende Sept kann man einer ansonsten gesunden Birke einen Umzug zumuten, auch ohne das Blattwerk stark zu reduzieren.

Die Pflanzen behielten etwas Boden und alle Wurzeln. Dann bekam die Schale eine Drainage aus ca. 50% Kies und 50% 5 mm-Akadama. Diese Kombination hat sich bei mir für Birken gut bewährt.

Das Ergebnis

Danach wurde Laubbaumgranulat eingebracht. Dafür verwende ich – gerade bei Pionieren, wie den Birken – Akadama, Lavagranulat und Erde im Verhältnis 1:1:1. Akadama unbedingt vorher sieben, damit der ganze Staub gar nicht erst in die Schale kommt.

Wie man sieht, schaut das Gefäß ordentlich aus. Ein paar Stückchen feines Moos habe ich auf der Oberfläche verteilt und hoffe darauf, dass es schön weiter wächst – wichtig bei heutigen Sommertemperaturen. Danach stelle ich meine Familiengruppe an einem geschützten Platz auf und hoffe, sie kommt gut durch den Winter.

Miniermotte eindämmen

Wie macht sich die Kastanien-Miniermotte bemerkbar und wie kann man sie eindämmen? Was geht ohne die «Giftkeule»?

Roßkastanie als Bonsai

Wer die Roßkastanie (Aesculus hippocastanum) in seiner Sammlung pflegt, der kennt sicherlich auch den Plagegeist namens „Miniermotte“. Der Schädling macht seinem Namen alle Ehre, denn tatsächlich werden die Blätter „miniert“, sind regelrecht mit haarfeinen Fraßgängen durchzogen.

Interessant, wie verschiedene Bonsai, alle von der gleichen Mutterpflanze abstammend, darauf reagieren.

Meine älteste Roßkastanie (37 J alt), war zusätzlich durch Blattschneiderwespen geschädigt. Dann kam die gefräßige Miniermotte und nun habe ich alle Blätter am Stiel entfernt und in die Restmülltonne entsorgt.

Ein Baum wehrt sich ….

Ganz anders macht es dieser muntere Kerl. Er hatte das gleiche Schadbild, wie bekannt. Nur reagierte er ganz anders: Er warf nach und nach alle befallenen Blätter ab und überlies es mir, sie zügig ein zu sammeln und zu entsorgen. Ganz interessant: Er warf erst mal nur die Blätter ab und ließ die Stiele stehen, ganz so, wie ein sensibler Bonsai-Freund beim Blattschnitt vorgeht: Die Stiele bleiben dran. Sie fallen spätestens im Herbst von selbst ab. Auf dem Foto erkennt man die nackten Blattstiele.

Gleichzeitig trieb er noch mal kräftig durch, was mit ein paar Extragaben von organischem Bokaschi-Dünger unterstützt wurde. Offenbar war das die richtige Vorgehensweise. Dieser Baum hat sich erfolgreich gewehrt. Ich bin gespannt, wie das nächste Jahr für ihn ablaufen wird. Er ist seiner Schale längst entwachsen und wird im zeitigen Frühjahr umgetopft.

Ade Miniermotte !

Wenn´s so einfach wäre … Sie ist unglaublich hartnäckig und ein echter Überlebenskünstler.
Aber nur Mut: Es gibt Hoffnung und Wege.

Befallene Blätter absammeln und über die Restmülltonne entsorgen. Das ist ein einfacher, wirkungsvoller Weg, um die Population dieses Schädlings zu reduzieren. Es wird nie ein 100%-Ergebnis erzielt. Schon deswegen, weil die Roßkastanie als beliebter Baum im öffentlichen Raum überall vorkommt – und damit der Schädling.

Wer Tod und Teufel, Pest und Cholera nicht fürchtet, kann auch zu härteren Keulen greifen, wenn wirklich nichts mehr helfen will. Ein Beitrag aus „Gartenpraxis“ geht darauf ein: Gartenpraxis zur Miniermotte

Die Scharlach-Rosskastanie (Aesculus x carnea „Briotii“) soll weitgehend resistent gegen die Miniermotte sein und ist deswegen immer häufiger in Parks zu finden.

In unserem Nachbarort gibt es eine Allee mit diesen Bäumen – ja tatsächlich, dort sind nur ein paar Sommerschäden zu sehen. Vielleicht liegt darin die Zukunft.